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Funktionelle Jacken nähen

Eine der am häufigsten an uns gestellten Frage ist die, nach dem 'richtigen' Material für eine atmungsaktive, wetterfeste, warme Jacke.

Eine universelle Lösung gibt es natürlich nicht, denn wenn man selbst näht, tut man das, um auf individuelle Wünsche Rücksicht zu nehmen. Ein einfaches Schema, wie die einzelnen Schichten einer Jacke beschaffen sein sollten, um Wind und Wetter zu trotzen, gibt es aber schon:

Stoffschichten bei Winterjacke

  • A :: Der Oberstoff, also die äußere Schicht der Jacke, sollte unempfindlich, pflegeleicht, strapazierfähig und wasserabweisend sein. Stoffe aus Naturfasern, wie Baumwolle und Leinen sind hier nicht sinnvoll. Wir empfehlen unbeschichtete Microfasergewebe wie den hier abgebildeten Tactel. Oder andere synthetische Gewebe.
  • B :: Die Membran ist die dünnste, aber wichtigste Schicht in der Jacke. Sie lässt die kalte Luft (Wind) und Nässe nicht rein, aber die Ausdünstungen des Körpers (Schweiß) raus. Die Membran sollte immer möglichst weit außen, also direkt unter dem Oberstoff sein. Die hauchdünne Folie muss auf einen Trägerstoff laminiert werden, damit man sie verarbeiten kann. Wenn die Membran wie hier, als Zwischenlage verarbeitet wird, ist ein preiswerter Z-Layer zu empfehlen. Damit die Jacke absolut dicht wird, was bei normalem Freizeit-Einsatz nicht unbedingt erforderlich ist, lassen sich die Nähte des Membranfutters mit einem geeigneten Mittel abdichten.
  • C :: Die Isolierung sorgt dafür, dass die Köperwärme möglichtst lange in der Jacke, also am Körper bleibt. Eine besonders dicke Wattierung ist dabei aber kein Garant für gute Isolation sondern schränkt meist nur die Bewegungsfreiheit ein. So ein Vlies sieht harmlos aus, aber es kann viel technisches KnowHow darin stecken. Wir empfehlen für den mitteleuropäischen Winter Thinsulate P80.
  • D :: Das Futter sollte ebenso wie alle anderen Materialien der Jacke keine Feuchtigkeit speichern können. Baumwollstoffe sind also eher ungeeignet, obwohl Sie wegen ihrer Hautfreundlichkeit oft als Innenfutter gewünscht werden. Doch welche Winterjacke wird schon auf nackter Haut getragen? Ein einfacher, glatter Futtertaft aus Kunstfasern ist da wesentlich sinnvoller: Er behindert nicht den Feuchtigkeitstransport nach Außen und 'klebt' beim Anziehen und Tragen nicht an der Kleidung.

Die Isolierung (Schicht C) kann auch weggelassen werden, wenn Sie eine leichtere Jacke für das ganze Jahr nähen möchten. Bei kühlerem Wetter kann man dann einfach einen Fleecepulli drunter tragen.

Es gibt Stoffe, die zwei Schichten kombinieren. z.B. Oberstofflaminate. Das sind Jackenstoffe, auf deren Rückseite bereits eine Membran laminiert ist. Diese Stoffe sind eine Kombination aus den Schichten A+B und in dieser Abteilung zu finden.

Weiterhin gibt es Stoffe, wie dieses Steppfutter, welches die Schichten C+D kombiniert, also die Isolierung und Futter. Dickes Fleece isoliert ebenfalls gut und kann daher auch als Kombination der Schichten C+D verwendet werden, rutscht allerdings nicht gut auf der unter der Jacke getragenen Kleidung. Vor Allem als Ärmelfutter eignet sich Fleece daher nicht so gut.

Dreischichtlaminate, bestehen aus Oberstoff, Membran und Fleecefutter, also aus den Schichten A+B+C/D Die Isolierung spielt bei diesen Stoffen keine große Rolle. Dieser Softshell ist ein typisches Dreischicht-Laminat und eignet sich speziell für leichte, ungefütterte Funktionsjacken.