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Gardinen/Vorhänge
Für allerlei aufwändige Fensterdekorationen gibts viele Anleitungen, hier ist eine für ganz gewöhnliche Gardinen, die mit Röllchen oder Ringen aufgehangen werden. Man kann sie zur Dekoration oder Verdunkelung vor’s Fenster hängen, aber auch vor Regale oder Mauer-Nieschen, um unansehnliche Ecken zu verstecken. Vorhänge können auch als Raumteiler dienen, oder unterm Hochbett angebracht eine kuschelige Spielhöhle zaubern.

Für Vorhänge können Sie nahezu jeden Stoff verwenden, er darf nur in der Längsrichtung nicht elastisch sein. Ansonsten würden die Vorhänge durch ihr Eigengewicht ausleiern und immer länger werden. Und weil die Nähte sich nicht mitdehnen können, gäbe es hässliche Querfalten. Ob Sie einen leichten oder schweren Stoff, einen transparenten oder dichten, einen mit weichem Fall oder sehr steifes Material verwenden, hängt nur vom Einsatzzweck und Ihrem persönlichen Geschmack ab.

Auf jeden Fall sollten Sie vor dem Zuschneiden den kompletten Stoff waschen, trocknen, mangeln - was immer Sie nachher auch mit den fertigen Vorhängen tun möchten. Viele Stoffe verziehen sich nämlich dabei oder laufen stark ein, was extrem ärgerlich ist, wenn die Gardinen bereits fertig genäht sind...

Materialverbrauch:

Messen Sie zunächst die Fläche, die der Vorhang später verschließen soll. In diesem Beispiel handelt es sich um ein Fenster von 200cm Breite und 150cm Höhe, für das ich einen einfachen, einteiligen Vorhang nähen möchte.

Weil der auch in zugezogenem Zustand ein paar Falten haben soll, muss er mindestens 1,5 mal so breit sein, wie das Fenster, also 3 Meter. Die Länge ergibt sich aus der Fensterhöhe zuzüglich 20 cm. Die Stoffbahnen müssen in meinem Beispiel folglich 170cm lang sein. Der Fadenlauf sollte bei Vorhängen, ebenso wie bei Kleidung, senkrecht verlaufen, weil der Stoff dann besser fällt.
Wenn mein Stoff 90cm Breit ist
muß ich 4 Bahnen von jeweils 170cm Länge aneinandernähen, brauche also 6,8m Stoff. Ich kaufe aber lieber 7,50m (10%mehr), damit der Stoff auch noch reicht, wenn er bei der Vorwäsche einlaufen sollte.
Von einem 140cm breiten Stoff
bräuchte ich für das Beispielfester 3 Bahnen, was einen Stoffverbrauch von 5,10m ergeben würde. Ich kaufe also 5,70m (10%mehr).
Außerdem brauche ich noch "Kräuselband", in welchem die Röllchen oder Ringe nachher befestig werden. Dieses Band gibts in Kaufhäusern und Baumärkten. Für meine 4 Bahnen à 90cm Breite brauche ich 3,60m Kräuselband, für die 3 Bahnen à 140cm Breite brauche ich 4,20m. Röllchen oder Ringe brauche ich natürlich auch noch. Meist werden diese im Set mit der Gardinenstange oder Schiene verkauft. Für mein 2m breites Fenster brauche ich etwa 20 Röllchen. Also alle 10cm eines.

Zuschneiden:

Für mein Beispielfenster habe ich 7,50m Baumwollstoff von 90cm Breite gekauft, heiß gewaschen und gebügelt, da warens noch genau 7 Meter. Die schneide ich jetzt in 4 Bahnen von jeweils 170cm. (Das geht am Besten auf dem Fußboden). Die Ecken müssen rechtwinklig sein, damit der Vorhang sich nachher nicht verzieht. Ich zeichne die Schnittlinien daher mithilfe eines Einlegebodens aus meinem Kleiderschrank an.
Die Webkanten schneide ich ab, weil sie nach der Wäsche ganz steif und wellig geworden sind.

Nähen:

Die Kanten, an denen die 4 Bahnen nachher zusammengenäht werden, müssen zunächst versäubert werden. (Ich mach das mit der Overlock-Maschine, man kann aber auch mit Zick-Zack-Stichen darüber nähen). Jetzt werden jeweils zwei Bahnen, rechts auf rechts aufeinandergelegt und gesteckt. Eigentlich bin ich dafür zu faul, aber bei langen Nähten verschieben sich die Stofflagen leicht unter dem Nähfuß, was zur Folge haben kann, dass die eine Bahn am Ende der Naht wesentlich länger ist als die andere. Dann heißt es Auftrennen, oder damit leben, dass die Gardine nachher total schief hängt. Also lieber stecken... Bei Stoffen mit Strich oder Mustern auf die Richtung achten !
Und dann endlich nähen: Mit einfachen, langen Steppstichen die vier Bahnen verbinden und die beiden offenen Kanten doppelt einschlagen und säumen. Dann alle Nahtzugaben flach auseinanderbügeln.


Die obere Kante etwa 3cm umschlagen und feststecken:

Das Kräuselband hat auf einer Seite offene Schlaufen, in die später die Röllchen eingehangen werden. Von dieser Seite aus an einem Ende, direkt neben einer der Schlaufen ein paar Zentimeter der beiden Zugschnüre herausziehen. Das geht am Besten mit einem Pfeiltrenner oder einer Stecknadel:

Das Ende des Bandes nach hinten einschlagen...

...und auf der Eingeschlagenen Kante des Vorhanges feststecken, so dass oben noch etwa 1,5cm übersteht. Die beiden Zugschnüre müssen offen hängen bleiben!

Das Kräuselband wird so an der gesamten oberen Kante des Vorhanges festgesteckt. Am Ende wieder die Schnüre herausziehen, das Band gegebenenfalls etwas kürzen und nach innen einschlagen. So, dass es genauso aussieht wie am Anfang.
Knapp entlang der beiden Kanten wird das Band nun auf den Vorhang gesteppt. (Nahtenden gut sichern!) Wegen der besseren Erkennbarkeit habe ich ein dunkles Garn verwendet - normalerweise nimmt man natürlich eines in passender Farbe!

Jetzt können in regelmäßigen Abständen die Röllchen oder Haken eingefädelt werden. Jeweils eines davon direkt am Anfang und am Ende des Bandes.

Beide Zugschnüre an einer Seite gut festhalten und den Stoff darauf zusammenschieben. Dann die beiden Schnüre am seitlichen Saum des Vorhanges fest verknoten und auf der Anderen Seite noch mal das Gleiche machen, bis der Vorhang oben die richtige Länge (=Fensterbreite) hat. Die Fältchen gleichmäßig verteilen.

Bevor ich meine Gardine endgültig säume, hänge ich sie erst einmal an ihrem zukünftigen Platz auf und lasse sie dort eine Weile "aushängen". Oft dehnt der Stoff sich nämlich aufgrund seines Eigengewichtes noch etwas.
Die gewünschte Länge markieren und Vorhang wieder abnehmen. Eventuell noch etwas abschneiden (So ein Gardinensaum darf ruhig 10-20cm breit sein), Saum gleichmäßig breit nach hinten umschlagen und feststecken. Offene Kante etwa 1-2cm einschlagen und feststeppen. FERTIG!